Demenz

ist Thema geworden. Meine Mutter ist seit März nicht mehr in der Lage, alleine zu wohnen. Die Krankheit schreitet sehr schnell voran, die Ärzte im Krankenhaus vermuten Alzheimer Demenz. Es gibt klare Momente, doch inzwischen ist sie fast in der Kindheit zurück. Sie erkennt mich noch als ihre Tochter, meint aber dort im Heim in der Schule zu sein und möchte nach der Schule Verkäuferin werden.

Die ersten vier Monate im Heim waren geprägt davon, dass wir sie täglich besuchen mussten, ohne dass sie sich je an einen Besuch erinnerte. Hilfsmittel war für uns ihr Besucherbuch, in dem wir damals jeden Besuch eingetragen haben. Darin sind auch Fotos aus ihrem Leben. Es war für uns wichtig, denn es kam, was kommen musste - sie mobilisierte andere, wir hätten sie abgeschoben, sie wäre da ganz alleine und keiner würde sich um sie kümmern.

Dazu kamen "Hinlauftendenzen" - ich hätte ja "Weglaufen" gesagt 😉 Stundenlanges Suchen und dann doch finden.

Im August wurde ich operiert und habe das zum Anlass genommen, die Besuche einzuschränken - gleichzeitig dann aber ein paar Stunden an dem "Besuchstag" mit ihr zu verbringen und einen Ausflug zu machen. Alte Freunde von ihr besuchen oder ihren Bruder, mal Einkaufen oder Eis essen... Das gefällt ihr gut und einige Wochen ging es relativ gut, doch jetzt deutet sich der nächste Schub an, der sie noch ein wenig weiter katapultiert.

Körperlich ist sie fit, doch der Geist verwirrt sich immer mehr.

Ein Grund, warum ich dieses Jahr im und am Haus nicht so viel machen konnte. Doch die kurzen Zeiten dort wurde natürlich wieder viel geschafft 😉 Im Dezember hoffe ich für eine ganze Woche dort sein zu können.

Ich nehme ihre Krankheit mit Humor, doch für sie ist es sehr schwer. Geltung und Ansehen waren für sie immer wichtig und sie erfand viele Geschichten, um ein gewisses Bild von sich selbst in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das geht nun nicht mehr so einfach.  Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wie lange sie meine Brüder und mich noch erkennt. Wobei bereits festzustellen ist, dass sie die Menschen besser in Erinnerung hat bzw. erkennt, die häufig kommen.

Meinen Sohn erkennt sie nicht mehr, sie hat Erinnerungen an ihn als kleines Kind - er ist schon eine Weile erwachsen. Bei mir sind es die Haare, die sie mir als Kind gerne ohne meine Einwilligung abschneiden wollte und auch abgeschnitten hat, an denen sie mich immer gleich erkennt.

Sie will die Krankheit nicht akzeptieren, redet immer mal vom "Irrenhaus in das sie dann müsste". Psychische Störungen waren für sie immer "Verrückte oder Irre". Nun hat es sie selbst erwischt.

DKMS, Leukin und Flugkraft

Schon vor Jahren habe ich mir die Wattestäbchen der DKMS bestellt, um als evtl. Spender zur Verfügung zu stehen.

Am 28. Mai ist der internationale Leukämie Tag - Zeichen setzen und noch mehr Menschen bitten, sich als Spender registrieren zu lassen.

DKMS - Spender werden

Ebenso ist es für mich selbstverständlich, dass ich einen Organspendeausweis bei mir habe, um damit evtl. anderen Menschen noch nach meinem Tod helfen zu können.

Den Organspendeausweis kann man kann einfach selber herunterladen und ausfüllen:

Organspendeausweis